Was für Aufgaben hat die Leber beim Pferd?
Die Leber hat verschiedene wichtige Aufgaben im Körper. Sie hat eine entscheidende Rolle im Fett-, Kohlehydrat- und Proteinstoffwechsel. Je nach Bedarf können die Leberzellen Nährstoffe abbauen, umbauen oder speichern. Außerdem bildet die Leber Galle und Gallensäure. Da Pferde keine Gallenblase besitzen wird die Galle kontinuierlich in den Dünndarm abgegeben. Sie trägt zur Regulation des Hormonhaushaltes bei und ist Element der unspezifischen Immunabwehr.
Wie erkenne ich eine erkrankte Leber?
Lebererkrankungen können mithilfe eines Blutbildes bzw. der Leberenzymwerte festgestellt werden. Klinische Symptome werden selten festgestellt, da die Leber über ein enormes Kompensations- und Regenerationspotential verfügt. Erst wenn mehr als 80% des Lebergewebes zerstört sind, treten klinische Symptome auf.
Mögliche Symptome bei einer geringgradigen Leberschädigung:
- Mattigkeit und Leistungsminderung
- Appetitlosigkeit
Klinische Symptome einer fortgeschrittenen Leberschädigung:
- Gelbfärbung nichtpigmentierter Haut v.a. Schleimhäute (Ikterus)
- Gewichtsverlust
- Muskelabbau
- Verhaltensänderungen
- Aufgezogenes Abdomen, wiederkehrende mildere Koliken
- Apathie
Was sind Ursachen für eine Leberschädigung?
Bei auffälligen Leberwerten sollten sowohl ernährungsbedingte als auch nicht-ernährungsbedingte Ursachen abgeklärt werden.
Mögliche ernährungsbedingte Ursachen sind:
- Mangelhafte Rau- und Kraftfutterqualitäten (Mykotoxinbelastung)
- Fehlerhaftes Fütterungsmanagement: Überfütterung (v.a. bei Ponys)
- Belastetes Tränkwasser
- Leberverfettung infolge von Hyperlipämie
- Aufnahme von lebertoxischen Pflanzen (insbesondere Kreuzkräuter)
Nicht-ernährungsbedingte Ursachen können sein:
- Parasitenbefall
- Infektionserkrankungen
- Manche Medikamente
- Selten: angeborene Störungen
Was kann ich füttern bei Leberschäden?
Eine leberschonende Fütterung ist nur dann notwendig, wenn tatsächlich eine Leberschädigung vorliegt. Das ist zum Glück nur selten der Fall, wenn die Leberenzymwerte erhöht sind. Grundsätzlich basiert die Fütterung leberkranker Pferde wie immer vor allem auf qualitativ hochwertigem Raufutter, das frei von Giftpflanzen ist.
Kraftfutter ist bei Pferden mit Leberschaden meistens notwendig und sollte über mehrere kleine Portionen auf den Tag aufgeteilt werden, um die verminderte Stoffwechselleistung der Leber zu berücksichtigen.
Als Energiequelle können neben leicht verdaulichen Kohlenhydratquellen (Getreideflocken, z.B. Mais) hochwertige Pflanzenöle dienen, wenn diese das Pferd gut verträgt.
Die Aufnahme und Speicherkapazität von fettlöslichen Vitaminen kann bei schweren Leberschäden eingeschränkt sein, gleichzeitig kann Bedarf an Vitamin C bestehen.
Ein vitaminisiertes Mineralfutter kann hier unterstützen. Bei Lebererkrankungen sollte man auf eine eiweißarme Fütterung achten, trotzdem muss die Fütterung genug essentielle Aminosäuren enthalten, um einem Mangel vorzubeugen.
Mit Hilfe von Kräutern kann die Leber auf natürliche Art und Weise in ihrer Funktion als Entgiftungsorgan unterstützt werden.
Niere
Die Niere ist mit der Leber zusammen das wichtigste Entgiftungsorgan des Pferdes. Wenn Probleme bei der Niere vorliegen, können diese gesundheitlich schwerwiegende Folgen haben.
Welche Aufgaben hat die Niere beim Pferd?
Die Niere hat vielfältige Aufgaben im Körper.
- Entgiftung
- Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes, Blutdrucks und des Kalziumstoffwechsels
- Außerdem ist sie an der Produktion der roten Blutkörperchen und der Hormonproduktion beteiligt.
Woran erkenne ich Nierenprobleme?
Da die Nieren beim Pferd knapp hinter der Sattellage liegen, kann Abwehrverhalten beim Satteln und Aufsteigen auf Schmerzen an den Nieren hinweisen. Allerdings sind viele chronische Nierenerkrankungen nicht schmerzhaft.
Bei einer chronischen Nierenschädigung fallen erst sehr spät Symptome auf, da bereits ca. zwei Drittel des Nierengewebes funktionsunfähig geworden sein muss, dass es zu einer Leistungsminderung des Organs kommt. Hinweis kann z.B. eine veränderte Harnmenge sein. Uriniert das Pferd auffallend mehr oder auffallend weniger oder sieht die Farbe des Harns verändert aus, sollte man die Nieren kontrollieren lassen.
Mithilfe einer Harnuntersuchung können Blutkörperchen und Bakterien oder Proteine Aufschluss auf die Art der zugrundeliegenden Problematik geben. Durch ein Blutbild können nur sehr stark geschädigte Nieren erkannt werden. Anzeichen dafür sind z.B. erhöhte Kreatin- und Harnstoffwerte im Blut und bei sehr weit fortgeschrittenem Funktionsverlust auch Veränderungen der Bluteiweiße oder Blutelektrolyte sowie eine Anämie.
Wieso werden die Nieren geschädigt?
Die Ursache einer akuten oder chronischen Nierenschädigung ist häufig nicht bekannt. Neben nierentoxischen Substanzen wie bestimmten Medikamenten können vermutlich Infektionskrankheiten oder chronische Entzündungen eine Rolle spielen. Ein Überschuss an Eiweiß oder Calcium ist per se vermutlich kein Risikofaktor für eine Nierenschädigung.