Haut- und Fellpflege beim Pferd: So bleibt die Pferdehaut gesund und das Fell glänzend
Gesunde Haut und glänzendes Fell sind beim Pferd mehr als nur ein Zeichen guter Pflege. Die Haut schützt den Körper vor äußeren Einflüssen, hilft bei der Temperaturregulation und kann früh anzeigen, wenn im Organismus etwas nicht stimmt. Schuppen, Juckreiz, kahle Stellen oder stumpfes Fell sollten deshalb nicht nur kosmetisch betrachtet werden. Sie können harmlose Ursachen haben, aber auch auf Parasiten, Hautpilz, Allergien, Fütterungsfehler oder Erkrankungen hinweisen.
Eine gute Haut- und Fellpflege beim Pferd besteht aus regelmäßiger Fellpflege, angepasster Fütterung, sauberer Haltung und der genauen Beobachtung der Haut. Besonders im Fellwechsel, bei empfindlicher Haut oder bei Pferden mit Hautproblemen ist eine konsequente Pflege wichtig.
Warum ist Haut- und Fellpflege beim Pferd so wichtig?
Die Haut ist das größte Organ des Pferdes. Sie bildet eine Schutzbarriere gegen Schmutz, Insekten, Krankheitserreger, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung. Das Fell unterstützt diese Funktion: Es schützt vor Kälte, hilft bei der Wärmeregulation und verändert sich je nach Jahreszeit.
Regelmäßiges Putzen entfernt Schmutz, Staub, Schweiß und lose Haare. Gleichzeitig wird die Haut massiert und besser durchblutet. Beim Putzen lassen sich außerdem kleine Verletzungen, Schwellungen, Krusten, Scheuerstellen oder Parasiten früh erkennen.
Besonders wichtig ist die Kontrolle an Stellen, an denen Ausrüstung aufliegt, zum Beispiel im Bereich von Sattel, Sattelgurt, Trense, Decke und Gamaschen. Dort können Druckstellen, Reibung oder Schweiß schnell zu Hautreizungen führen.
Wie pflegt man das Fell eines Pferdes richtig?
Die Fellpflege sollte zum Alltag gehören, vor allem vor und nach dem Reiten. Vor dem Reiten müssen Schmutz und verklebte Fellstellen entfernt werden, damit Sattel, Gurt und Trense nicht scheuern. Nach dem Reiten sollten Schweiß, Staub und verklebtes Fell ebenfalls gründlich gereinigt werden.
Für die tägliche Fellpflege eignen sich je nach Verschmutzung verschiedene Bürsten und Striegel:
Ein Striegel löst Schmutz, Staub und lose Haare aus dem Fell. Eine Kardätsche entfernt den gelösten Schmutz und glättet das Fell. Eine weiche Bürste eignet sich für empfindliche Bereiche wie Kopf, Beine oder dünnhäutige Stellen. Mähne und Schweif kann man verlesen oder kämmen, um Knoten zu entfernen.
Wichtig ist, nicht zu grob zu bürsten. Manche Pferde sind an bestimmten Körperstellen empfindlich. Reagiert ein Pferd plötzlich abwehrend, sollte die Haut und das Gewebe dort genauer kontrolliert werden. Druckempfindlichkeit, Schwellungen, Wärme oder kleine Wunden können Hinweise auf ein Problem sein. Abwehrverhalten durch individuell möglicherweise als unangenehm empfundene Berührungen beim Putzen sollte man nicht strafen oder übergehen, sondern auf den Grund gehen und gegebenenfalls mit Geduld trainieren.
Wie oft sollte man ein Pferd putzen?
Ein Pferd sollte regelmäßig geputzt werden. Vor dem Reiten ist das Putzen besonders wichtig, weil Schmutz unter Sattel, Gurt oder Trense zu Scheuerstellen führen kann. Auch nach dem Reiten sollte Schweiß entfernt werden, damit die Haut nicht gereizt wird.
Pferde, die im Offenstall leben oder viel Zeit draußen verbringen, dürfen durchaus schmutzig sein. Eine natürliche Schlammschicht kann zeitweise sogar vor Insekten schützen. Entscheidend ist, dass die Haut gesund bleibt und die Bereiche unter der Ausrüstung sauber sind.
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Im Fellwechsel kann tägliches Putzen sinnvoll sein, weil lose Haare entfernt werden und die Haut entlastet wird.
Pferd waschen: Wann ist Shampoo sinnvoll?
Pferde müssen nicht regelmäßig mit Shampoo gewaschen werden. Zu häufiges Waschen kann die natürliche Schutzschicht der Haut belasten und trockene oder gereizte Haut begünstigen. Klares Wasser reicht in vielen Fällen aus, zum Beispiel um Schweiß oder oberflächlichen Schmutz zu entfernen.
Ein mildes Pferdeshampoo kann sinnvoll sein, wenn das Fell stark verschmutzt ist oder bestimmte Stellen gründlicher gereinigt werden müssen. Dabei sollte das Shampoo vollständig ausgespült werden, damit keine Rückstände auf der Haut bleiben. Rückstände können Juckreiz oder Hautreizungen verursachen. Vorsicht geboten ist grundsätzlich bei Produkten mit Duftstoffen wie ätherischen Ölen, da diese reizend wirken können.
Bei bereits gereizter, schuppiger, nässender oder entzündeter Haut sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Haut- und Fellpflege im Fellwechsel
Pferde wechseln ihr Fell zweimal im Jahr: im Frühjahr und im Herbst. Der Fellwechsel wird nicht primär durch die Temperatur, sondern vor allem durch das Tageslicht beeinflusst. Im Frühjahr wird das Deckhaar gewechselt, im Herbst wird das Fell länger.
Besonders ältere Pferde, Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Tiere mit geschwächtem Immunsystem können länger brauchen und sind in dieser Zeit mitunter anfälliger für Parasitenbefall oder Hautpilze.
Im Fellwechsel helfen:
- regelmäßiges Putzen und Entfernen loser Haare
- ausreichend Bewegung
- eine bedarfsgerechte Fütterung
- gute Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen
- Kontrolle von Haut, Fell und Allgemeinzustand
Wenn ein Pferd ungewöhnlich lange im Fellwechsel bleibt, sehr stumpfes Fell hat, kahle Stellen bekommt, Gewicht verliert oder sehr müde und matt wirkt, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Was tun bei stumpfem Fell beim Pferd?
Stumpfes Fell kann viele Ursachen haben. Nicht immer liegt es an mangelnder Pflege. Häufig spielen Fütterung, Fellwechsel, Stoffwechsel, Parasiten, Alter, Stress oder Erkrankungen eine Rolle.
Mögliche Ursachen für stumpfes Fell sind:
- Staub
- Nährstoffmangel
- unpassende Mineralstoffversorgung
- Fellwechsel
- Wurmbefall oder Parasiten
- Hautprobleme
- Stoffwechselerkrankungen
- geschwächtes Immunsystem
Entscheidend ist, dass Haut, Verdauung, Stoffwechsel und Fütterung zusammenpassen. Pflegeprodukte können unterstützen, sollten aber nicht ohne Ursachenklärung angewendet werden.
Was tun, wenn sich Dein Pferd kratzt oder scheuert?
Juckreiz ist ein wichtiges Warnsignal und sollte nicht ignoriert werden. Mögliche Auslöser können unter anderem Insekten, Parasiten, Allergien, Sommerekzem, trockene Haut, Pilzinfektionen oder Reibung durch Decken und Ausrüstung sein.
Betroffene Hautstellen genau kontrollieren
Bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden, solltest Du die betroffenen Bereiche sorgfältig ansehen. Achte dabei besonders auf folgende Punkte:
- Welche Körperpartien sind betroffen?
- Gibt es kahle oder aufgescheuerte Stellen?
- Sind Krusten, Schuppen oder Rötungen zu erkennen?
- Ist die Haut warm, geschwollen oder nässend?
- Sind kleine Wunden oder Blutungen sichtbar?
- Könnten Decke, Trense, Fliegenmaske oder Gurt scheuern?
- Sind Parasiten oder Nissen im Fell erkennbar?
Wann reicht Beobachten aus?
Bei leichtem und nur kurzfristig auftretendem Juckreiz können eine gründliche Reinigung der betroffenen Stellen sowie eine sorgfältige Beobachtung zunächst ausreichend sein.
Wann solltest Du einen Tierarzt hinzuziehen?
Ein Tierarzt sollte hinzugezogen werden, wenn:
- der Juckreiz stark, wiederkehrend oder länger anhält,
- offene oder nässende Hautstellen entstehen,
- der Verdacht auf Parasiten, eine Pilzinfektion oder Sommerekzem besteht,
- der Juckreiz im Bereich der Augen auftritt.
Häufige Hautprobleme beim Pferd
Mauke
Mauke tritt in der Fesselbeuge des Pferdes auf. Typische Anzeichen sind Rötungen, Krusten, Schwellungen, nässende Stellen oder Schmerzen. Feuchtigkeit, Schmutz, eine gestörte Hautbarriere, Parasiten, Überreaktionen oder bakterielle Infektionen können eine Rolle spielen.
Wichtig ist, Mauke nicht nur oberflächlich zu behandeln. Die Ursache muss gefunden werden, damit das Problem nicht immer wiederkommt.
Raspe
Raspe betrifft meist die Haut an den Beinen, oft oberhalb der Fesselregion. Es können Schuppen, Krusten, Verdickungen oder rissige Haut entstehen. Besonders schwere Pferderassen mit viel Behang sind häufiger betroffen.
Sommerekzem
Beim Sommerekzem reagieren Pferde allergisch auf den Speichel der Kriebelmücken. Typisch sind starker Juckreiz, Scheuern vor allem an Mähne, Schweif und Bauchnaht, haarlose Stellen, Krusten und verdickte Haut. Betroffene Pferde brauchen meist ein konsequentes Management mit Insektenschutz, Ekzemerdecke, intensiver Wund- und Hautpflege und tierärztlicher Begleitung.
Hautpilz
Hautpilz kann kreisrunde kahle Stellen, Schuppen und Krusten verursachen. Er ist ansteckend und kann sich über Putzzeug, Decken oder direkten Kontakt verbreiten. Bei Verdacht sollte das Pferd tierärztlich untersucht werden. Putzzeug und Ausrüstung sollten nicht gemeinsam mit anderen Pferden verwendet werden.
Parasiten
Milben und Haarlinge können Juckreiz, Schuppen, Unruhe, Scheuern und Haarausfall verursachen. Besonders dichter Behang, langes Winterfell oder geschwächte Pferde können anfällig sein. Eine sichere Diagnose ist wichtig, weil die Behandlung zur jeweiligen Parasitenart passen muss.
Welche Rolle spielt die Fütterung für Haut und Fell?
Haut und Fell werden von der Fütterung beeinflusst. Das Pferd braucht ausreichend Energie, hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und essenzielle Fettsäuren. Besonders Zink, Kupfer, Biotin, Schwefelverbindungen und Omega-3-Fettsäuren werden häufig mit Haut, Fell und Hufhorn in Verbindung gebracht.Trotzdem sollte man Ergänzungsfutter nicht wahllos geben. Denn auch Überversorgungen können zu Haut- und Fellproblemen führen. Ein stumpfes Fell bedeutet nicht automatisch, dass ein bestimmter Nährstoff fehlt. Sinnvoll ist es, die gesamte Fütterung zu prüfen: Raufutterqualität, Mineralfutter, Weidegang, Kraftfutter, Gesundheitszustand und Haltung. Am besten wird die Ration professionell berechnet, um eine bedarfsgerechte Versorgung mit alles Nährstoffen sicherzustellen.
Welche Pflegefehler können der Pferdehaut schaden?
Hautprobleme entstehen nicht nur durch zu wenig Pflege, sondern manchmal auch durch falsche Pflege.
Häufige Pflegefehler sind:
- zu häufiges Waschen mit aggressivem Shampoo
- ungeeignete oder aggressive Pflegeprodukte
- Shampoo-Rückstände im Fell
- zu starkes Bürsten auf empfindlicher Haut
- gemeinsame Nutzung von Putzzeug bei Hautpilz oder Parasiten
- nasse Decken oder schlecht sitzende Ausrüstung
- Schweißreste unter Sattel, Gurt oder Decke
Gute Pflege bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Produkte zu verwenden. Oft sind regelmäßiges Putzen, sauberes Equipment, passende Haltung und genaue Beobachtung wichtiger.
Welche Pflegefehler können der Pferdehaut schaden?
Hautprobleme entstehen nicht nur durch zu wenig Pflege, sondern manchmal auch durch falsche Pflege.
Häufige Pflegefehler sind:
- zu häufiges Waschen mit aggressivem Shampoo
- ungeeignete oder aggressive Pflegeprodukte
- Shampoo-Rückstände im Fell
- zu starkes Bürsten auf empfindlicher Haut
- gemeinsame Nutzung von Putzzeug bei Hautpilz oder Parasiten
- nasse Decken oder schlecht sitzende Ausrüstung
- Schweißreste unter Sattel, Gurt oder Decke
Gute Pflege bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Produkte zu verwenden. Oft sind regelmäßiges Putzen, sauberes Equipment, passende Haltung und genaue Beobachtung wichtiger.
Wann sollte bei Haut- und Fellproblemen ein Tierarzt kommen?
Ein Tierarzt sollte gerufen werden, wenn Haut- oder Fellprobleme stark ausgeprägt sind, länger anhalten oder sich verschlimmern.
Wichtige Warnzeichen sind:
- starker Juckreiz
- kahle Stellen
- offene oder blutige Hautstellen
- nässende Haut
- Krusten, Pusteln oder Schwellungen
- Rötungen und Wärme
- Schmerzen bei Berührung
- Verdacht auf Pilz oder Parasiten
- Mauke, die nicht besser wird
- stumpfes Fell zusammen mit Gewichtsverlust oder Mattigkeit
- verzögerter Fellwechsel bei älteren oder kranken Pferden
Auch wenn mehrere Pferde im Stall ähnliche Symptome zeigen, sollte die Ursache schnell geklärt werden. Parasiten und Pilzinfektionen können sich ausbreiten.
Fazit: Gute Haut- und Fellpflege beginnt mit Beobachtung
Regelmäßige Pflege hilft, Schmutz, Schweiß und lose Haare zu entfernen. Gleichzeitig lassen sich Hautveränderungen früh erkennen. Besonders im Fellwechsel, bei Juckreiz, Schuppen, stumpfem Fell oder kahlen Stellen sollte genau hingeschaut werden.
Gesunde Haut und glänzendes Fell entstehen durch ein Zusammenspiel aus Pflege, Fütterung, Haltung, Bewegung und Gesundheit. Pflegeprodukte können unterstützen, sollten aber nie die Ursachenklärung ersetzen. Wenn Hautveränderungen deutlich sichtbar sind, nässen, jucken oder nicht abheilen, ist eine tierärztliche Untersuchung wichtig.
FAQ: Häufige Fragen zur Haut- und Fellpflege beim Pferd
Wie bekomme ich glänzendes Fell beim Pferd?
Glänzendes Fell entsteht durch gesunde Haut, regelmäßiges Putzen, passende Fütterung, ausreichend Raufutter, Bewegung und eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung. Fellglanzspray kann das Fell optisch verbessern, löst aber keine gesundheitlichen Ursachen für stumpfes Fell.
Warum hat mein Pferd Schuppen?
Schuppen können im Fellwechsel, bei trockener Haut oder durch Pflegefehler entstehen. Sie können aber auch auf Parasiten, Hautpilz, Allergien, Ekzeme oder Fütterungsprobleme hinweisen. Wenn Schuppen zusammen mit Juckreiz, Krusten oder kahlen Stellen auftreten, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Was hilft gegen Juckreiz beim Pferd?
Zuerst sollte die betroffene Hautstelle kontrolliert werden. Mögliche Ursachen sind Insekten, Parasiten, Sommerekzem, Hautpilz, Allergien oder scheuernde Ausrüstung. Bei starkem oder anhaltendem Juckreiz sollte ein Tierarzt die Ursache feststellen.
Sollte man ein Pferd mit Shampoo waschen?
Ein Pferd sollte nur bei Bedarf mit Shampoo gewaschen werden. Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen oder reizen. Wenn Shampoo verwendet wird, sollte es mild und pferdegeeignet sein und gründlich ausgespült werden.
Was tun bei kahlen Stellen im Fell?
Kahle Stellen können z.B. durch Scheuern, Druckstellen, Parasiten, Pilz, Ekzeme oder Verletzungen entstehen. Wenn die Stelle größer wird, juckt, schuppt, nässt oder weitere Pferde betroffen sind, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Wie kann man das Pferd im Fellwechsel unterstützen?
Im Fellwechsel helfen regelmäßiges Putzen, Bewegung, eine bedarfsgerechte Fütterung und eine gute Versorgung mit Mineralstoffen. Ältere, kranke oder stoffwechselempfindliche Pferde sollten besonders genau beobachtet werden.
Wann ist stumpfes Fell beim Pferd bedenklich?
Stumpfes Fell ist bedenklich, wenn es länger anhält oder zusammen mit Gewichtsverlust, Müdigkeit, Schuppen, Juckreiz, Haarausfall oder verändertem Verhalten auftritt. Dann sollte die Ursache geprüft werden.